Kulturdenkmäler

zu den Naturdenkmälern

Im Jahre 1324 erteilte Landgraf Friedrich von Thüringen den Grafen von Schwarzburg die Erlaubnis zum Bau einer Burganlage in Plaue. Nach dem Verfall der Burganlage um 1500 erfolgten erst Sicherungsmaßnahmen im Jahre 1856. Im Jahre 1912 erwarb Arthur von Schierholz die Ruine und ließ sie im folgenden Jahr zu einer Gaststätte umbauen.

Als Wahrzeichen von Plaue erhebt sich auf dem 394 m hohen Hausberg die Ruine Ehrenburg.

Den Kern der Anlage bildet ein wohnturmartiger Palas, der auf der Angriffsseite mit einem rechteckigen, in den Palas einbezogenen Bergfried verstärkt wurde. Dieser öffnet sich in seinen Untergeschossen voll zu den dahinterliegenden Räumen des Palasteiles, um erst ab Höhe des 6. Geschosses als selbstständiger Bauteil in Erscheinung zu treten. Die Untergeschosse des gesamten Baues sind mit Ausnahme des Portales und einiger Lichtschlitze völlig geschlossen. Erst ab dem 3. Geschoss deuten kleine Rechteckfenster, deren Zahl und Größe mit den Geschossen zunimmt, auf bewohnbare Räume hin. Im Inneren des Gebäudes ist besonders ein mit einer Spitztonne gewölbter Raum im Erdgeschoss bemerkenswert., der eine ursprüngliche Kaminanlage besitzt. Im Abstand von 1,5 bis 4,0 m wird der Palas von der inneren Ringmauer umgeben, der sich im Süden und Osten ein weiterer Mauerzug vorlagert, um so eine Vorburg einzuschließen. Direkt an sie ist die Stadtmauer angebunden, wodurch die gesamte Anlage den Charakter einer Zitadelle erhielt. Im Norden und Westen waren weitere Befestigungen nicht notwendig, da hier der Steilabhang des Berges bzw. Halsgraben wirkungsvollen Schutz boten.
(Quelle: "Denkmale im Kreis Arnstadt" und plauesche Chronik von Felix Georgi)

Die Kapelle Sankt Sigismund

Ebenfalls zur Burganlage gehörte die Kapelle Sankt Sigismund östlich der Vorburg.
Im Jahre 1369 erstmals erwähnt, verfiel sie nach der Reformation. Zwischen 1531 und 1538 wurden ihre ehemaligen Einkünfte zum Unterhalt der Schule in Plaue bestimmt. 1730 erfolgte ein Neubau der Kapelle auf den alten Grundmauern. Bei einer Reparatur unter dem Altar der Kapelle soll ein Gewölbe entdeckt worden sein, aus dem mehrere Stufen zu einem verschütteten Gang führten, der in Richtung Ehrenburg verlief. Bei der Aufräumung der Burgkeller soll man auf einen ebensolchen verschütteten Gang gestoßen sein, so dass die Vermutung besteht, dass Kapelle und Burg in Verbindung gestanden haben.
(Quelle: "Denkmale im Kreis Arnstadt" und plauesche Chronik von Felix Georgi)
Der Jüdische Friedhof

Unterhalb der Ehrenburg etwas abseits gelegen findet man ein besonderes Zeugnis in Stein gehauener Geschichte - den im weiten Umkreis größten Friedhof einstiger jüdischer Mitbürger. Über ein Dutzend Grabsteine mit hebräischen und deutschen Schriftzügen sind der letzte Nachweis darüber, dass in Plaue seit dem Jahre 1819 hier Juden lebten und arbeiteten. Abgaben der verschiedensten Art machten ihnen aber schon damals das Leben schwer.
Nachweisbar waren 1845 nur noch vier jüdische Familien ortsansässig, denn die meisten Juden waren nach Arnstadt gezogen. Der letzte Jude, der in Plaue geboren und begraben wurde, starb 1914.
Die Liebfrauenkirche

Die Liebfrauenkirche als ältestes Gebäude der Stadt wurde im 13. Jh. erbaut. Das ist an den romanischen Fenstern (Rundbogen) zu erkennen. Nach Grabungen und Untersuchungen wurde festgestellt, dass im Jahre 1008 durch slawische Christen eine kleine Taufkapelle errichtet wurde. 1276 wurde das Langhaus nach Westen hin angebaut - damit wurde aus der Kapelle eine Pfarrkirche.
Im Zuge einer grundlegenden Renovierung im Jahre 1700 wurden Kirchenschiff und Turm erhöht. Damit wurden die Gemäuer des Turmes aufgebrochen, so dass neue, höhere Bögen entstehen konnten. Im Inneren erhielt die Kirche drei Emporen. Nun war eine Kirche mit barocker Ausstattung entstanden. Dieser Kirchenumbau verabschiedete das Mittelalter.

Während der letzten Renovierung von 1975 bis 1986 wurde eine neue Orgel eingebaut, der Chorraum erneuert, das Kirchenschiff renoviert und das Kirchendach neu eingedeckt. Bereits 1857 wurde das alte Ziegeldach des Turmes durch einen beschieferten Turmaufsatz ersetzt.

Bei Ausgrabungsarbeiten 1981 im Zusammenhang mit der Renovierung des Chorraumes wurden die Fundamente der Apsis entdeckt und im Fußboden sichtbar gemacht. Der Flügelaltar (Tryptichon) gehört zu den wenigen, nahezu gesamtheimlich erhaltenen Altären Thüringens an der Wende vom 14. zum 15. Jh., die eine nur minder gute Bearbeitungslage aufweisen.

Die Predigtgottesdienste finden im Chorraum statt, während die Sakramentsgottesdienste im Westteil der Kirche gefeiert werden. Für besondere Gottesdienste und Veranstaltungen steht dann auch der ganze Kirchenraum zur Verfügung.
(Quelle: Oberpfarrer B. Jäger aus Plaue) 


Die Wehrkirche in Kleinbreitenbach

Die kleine Dorfkirche stammt ebenfalls wie die Liebfrauenkirche aus dem 13.Jh., deren Turm
ursprünglich als Wehrturm erbaut worden ist und deshalb eher einer Burg gleicht. Man findet dort auch Schießscharten und einen Zinnkranz.

Sehr wahrscheinlich wurde die Kirche von den Dorfbewohnern früher in kriegerischen Zeiten als Wehrkirche genutzt. Darauf deutet auch der ehemals vorhandene unterirdische Ausgang aus der Kirche hin, dessen Anfang noch hinter dem Altar unter dem Aufgang zur Kanzel zu finden ist.

Die vier Schallöffnungen für die Glocken wurden erst später eingebrochen wie auch die kegelförmige Turmspitze aufgesetzt. Im Kirchenschiff sind zwei Emporen und ein barocker Kanzelaltar vorhanden - letzterer wird z. T. durch einen Flügelaltar verdeckt, der aus dem Anfang des 16. Jh. stammt und bis 1958 in der Sigismundkapelle seinen Platz hatte.

Der Flügelaltar soll ursprünglich in Arnstadt gearbeitet worden sein. Er wurde 1988 in den Kirchlichen Werkstätten in Erfurt restauriert, wobei die Illusionsvorhangmalerei freigelegt wurde. Bemerkenswert ist die Zentralfigur des Altars, die nicht wie üblich Christus darstellt, sondern einen Ritter in Rüstung. Sehr schön ist die unter dem Flügelaltar befindliche Abendmahlszene in Reliefschnitzerei.
Die Kirche besitzt auch eine Pieta - eine figürliche Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi. Die vorhandene kleine Orgel wurde in Stadtilm gefertigt und stammt aus dem 19. Jh.
Das kleine Gotteshaus unterlag im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen baulichen Veränderungen. Neben dem jetzigen Eingang, über dem die Jahreszahl 1856 steht, ist der noch vermauerte alte Eingang mit Rundbogen erkennbar.
1696/97 wurde die Kirche laut Kirchenrechnung modernisiert und 1779 sowie in neuerer Zeit umfassend renoviert. 1972 wurde das Dach neu gedeckt, 1992 erneuert, weil es schon wieder undicht geworden war. Die letzten Innenrenovierungen fanden in den Jahren 1956 bis 1959 und 2000 statt.

(Quelle: E. Ruckser)