Rathaus unserer Stadt Plaue

Das plauesche Rathaus steht an der höchsten Stelle der Hauptstraße, von der die anderen Straßen und Gassen in Richtung Ort abzweigen. Erbaut wurde es laut Chronik 1822. Der Baustil unseres Rathauses hat einen Charakter von Sachlichkeit und Solidität. Das Gebäude, das in unbefangener Natürlichkeit gehalten ist, steht auf einem Gewölbekeller. Unter dem Außenputz befindet sich teilweise Fachwerk

Seit dem Mittelalter das Wahrzeichen der städtischen Selbständigkeit und Selbstverwaltung gegenüber dem Landesherren, wie alle Rathäuser, zeigte es durch Jahrhunderte mit seinem Löwenwappen, dem eigenwilligen Turm mit den Glocken und Uhren die Macht und den Reichtum von Plaue. Wenn diese Eigenschaften sich in der Relation zu anderen größeren Städten auch recht bescheiden ausnahmen, so waren sie doch vorhanden. 
In der Nacht vom 26. zum 27. Mai 1856 brannte die Bedachung und das obere Stockwerk des Rathauses ab. Der schnellen Hilfe der hiesigen Bewohner und der schönen ruhigen Frühlingsnacht ist es zu verdanken, das kein größeres Unglück entstand. Ein schauerlicher Anblick war es, als der Turm mit der Uhr und der Schlagglocke zusammenbrach. Die Ursache des Unglückes wurde nicht entdeckt. Das Gebäude war zum Glück gegen Feuer versichert. Nach den Aufräumungsarbeiten wurde sogleich mit dem Wiederaufbau begonnen. Schon im Herbst konnten die Geschäfte und die Gastwirtschaft wieder betrieben werden. (aus Chronik der Stadt Plaue von Felix Georgi)

Die Glocken des Rathausturmes wurden in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts leider demontiert, standen noch lange Zeit im Parterre des Rathauses und waren schließlich verschwunden. Ebenfalls im Parterre war früher eine Gaststätte und im ersten Stock neben Verwaltungsräumen auch ein Saal, in dem bis zum Beginn des 2.Weltkrieges außer kommunalen Veranstaltungen auch Kirmesball und andere Lustbarkeiten stattfanden. Bis in die Mitte der fünfziger Jahre war die Nebenstelle der Kreissparkasse Arnstadt im Rathaus untergebracht.

Vor dem Hauptgebäude stand früher die so genannte Rathausbude, ein einstöckiges, nach vorn offenes Holzgebäude, in dem man auch von den Wirtsleuten bedient werden konnte. Die "Schwemme" nahe dem Rathaus (ca.10 m rechts in Richtung Hauptstraße) diente als Wasserreservoir bei Bränden und als Tränke für die Zugtiere der durchfahrenden Fuhrleute. Auch waren Ausspannen und Frachtwagen sowie Ställe und einfache Schlafkammern vorhanden.

Das Rathaus heute: